05.06.2026

Senioren-Union blickt hinter die Kulissen des St. Vitus-Werks – Inklusion als Erfolgsmodell im Emsland

Meppen. Auf großes Interesse stieß die jüngste Veranstaltung der Senioren-Union im CDU-Stadtverband Meppen. Zahlreiche Mitglieder und Gäste folgten der Einladung zur Besichtigung des St. Vitus-Werks am Standort Zeissstraße in Meppen. Ziel der Veranstaltung war es, Einblicke in die vielfältige Arbeit der Einrichtung zu erhalten und gleichzeitig ein wichtiges gesellschaftliches Thema in den Mittelpunkt zu rücken: die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben und am gesellschaftlichen Leben.

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der Senioren-Union, Reinhard Todt, hieß der stellvertretende Vorsitzende Heinz Cloppenburg die Teilnehmerinnen und Teilnehmer herzlich willkommen. Cloppenburg betonte, dass es der Senioren-Union ein besonderes Anliegen sei, jedes Jahr auch eine Veranstaltung mit sozialem Schwerpunkt anzubieten.

„Gerade Themen wie Inklusion, Teilhabe und gesellschaftlicher Zusammenhalt verdienen unsere Aufmerksamkeit. Deshalb freuen wir uns sehr, heute einen Blick hinter die Kulissen des St. Vitus-Werks werfen zu dürfen“, so Cloppenburg.

Zu den Gästen zählten auch der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Meppen, Arne Fillies, sowie der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Hubert Kruse.

Im Anschluss stellte Geschäftsführer Michael Korden die vielfältigen Aufgabenfelder von Vitus vor. Dabei wurde deutlich, welche Bedeutung die Einrichtung für die Region besitzt. Rund 1.800 Menschen werden in den verschiedenen Angeboten begleitet und unterstützt. An rund 60 Standorten im Emsland bietet Vitus Leistungen in den Bereichen Frühförderung, schulische Bildung und Berufsvorbereitung, berufliche Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben, Wohnen und Assistenz sowie Therapie und Prävention an.

Korden ging dabei auch auf aktuelle Herausforderungen ein. Sorge bereite insbesondere die Entwicklung im Bereich der Frühförderung, deren Leistungen zunehmend verzögert bewilligt oder eingeschränkt würden. Gleichzeitig stelle die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte eine der größten Zukunftsaufgaben sozialer Einrichtungen dar.

Im Mittelpunkt des Besuchs stand anschließend der Bereich „Berufliche Qualifizierung und Teilhabe am Arbeitsleben“. Werkstattleiter Christian Thien stellte die Arbeit der Vitus-Werkstätten ausführlich vor und erläuterte die Veränderungen, die sich in den vergangenen Jahren ergeben haben.

Dabei werde der Schwerpunkt zunehmend von einer klassischen Beschäftigungseinrichtung hin zu einer qualifizierenden Bildungs- und Entwicklungseinrichtung verlagert. Ziel sei es, Menschen mit Behinderungen individuell zu fördern, berufliche Kompetenzen zu vermitteln und ihnen neue Perspektiven auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu eröffnen.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Besucher von der engen Zusammenarbeit des St. Vitus-Werks mit der regionalen Wirtschaft. Im mittleren Emsland sind mittlerweile rund 200 Unternehmen als „Inklusiver Betrieb“ anerkannt. Diese Betriebe leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Menschen mit Behinderungen Praktika, Arbeitsmöglichkeiten und berufliche Perspektiven außerhalb der Werkstätten zu eröffnen.

Die Kooperationen verdeutlichen, dass Inklusion nur gemeinsam gelingen kann. Die Werkstätten übernehmen dabei eine wichtige Brückenfunktion: Sie qualifizieren, begleiten und unterstützen Menschen auf ihrem Weg in Beschäftigung und schaffen gleichzeitig Verbindungen zur regionalen Wirtschaft.

Vorgestellt wurden zudem die verschiedenen Arbeitsbereiche des Inklusionsunternehmens. Dazu gehören unter anderem Garten- und Landschaftsbau, Maler- und Bodenbelagsarbeiten, Elektroprüfdienstleistungen sowie Gebäudeservice. Durch moderne Organisationsstrukturen, neue Ausbildungsangebote und digitale Lösungen werden die Angebote kontinuierlich weiterentwickelt.

Großes Interesse weckte auch die Marke „Natürlich Vitus“. Unter diesem Label werden hochwertige regionale Produkte vermarktet – von Brotbackmischungen bis hin zu Teespezialitäten aus eigener Herstellung. Ergänzt wird das Angebot durch einen Onlineshop sowie den „Rollenden Werkstattladen“, der die Produkte direkt zu den Kunden bringt. Für dieses Angebot werden derzeit ehrenamtliche Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht. Zudem informierten die Verantwortlichen über die Vitus-Werkstatt-App, mit der sich Interessierte über Arbeitsangebote, Produkte und Projekte informieren können.

Zum Abschluss nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit für zahlreiche Fragen und einen intensiven Austausch mit den Verantwortlichen. Die Senioren-Union zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Angebote und dem Engagement der Mitarbeitenden.

Reinhard Todt zog ein positives Fazit: „Das St. Vitus-Werk leistet einen unschätzbaren Beitrag für unsere Region. Hier werden Menschen nicht nur betreut, sondern gefördert, qualifiziert und auf ihrem Weg begleitet. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Herzblut und Professionalität hier gearbeitet wird. Solche Einblicke helfen dabei, Verständnis zu schaffen und den Wert von Inklusion für unsere Gesellschaft sichtbar zu machen.“

Auch Arne Fillies zeigte sich beeindruckt von den vorgestellten Angeboten: „Die Werkstätten leisten wichtige Arbeit, aber ebenso bemerkenswert ist die Bereitschaft vieler Unternehmen in unserer Region, Menschen mit Behinderungen Chancen zu eröffnen. Diese Partnerschaft ist ein echtes Erfolgsmodell für das Emsland und zeigt, wie gelebte Inklusion gelingen kann. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem St. Vitus-Werk und den zahlreichen inklusiven Betrieben macht deutlich, dass gesellschaftliche Teilhabe dann besonders erfolgreich ist, wenn soziale Einrichtungen, Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen.

Quellenangabe: Text: CDU StV Meppen/Arne Fillies; Fotos: CDU StV Meppen & Vitus Werk Meppen

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